Geschichte und Geschichten über Lichterfelde
-Berühmte Leute-
Bahnhof der Unvergänglichkeit: Lichterfelde-West
Das Äußere des 1872 erbauten Gebäudes ist nahezu unverändert geblieben. Gleichermaßen
verhält es sich mit dem Ruhm und der Bekanntheit der Prominenten, die diese Station ihren
Heimatbahnhof nannten.

Das war, allen voran, Johann Anton Wilhelm von Carstenn, der Gründer der "Villenkolonie
Groß-Lichterfelde" (Hindenburgdamm 29, Gutshaus alias Carstenn-Schlößchen).

Die Professorin, übrigens die erste Frau, die in Preußen diesen Titel erhielt, Lydia
Rabinowitsch-Kempner, Schülerin von Robert Koch und Mutter Robert Kempners, dem
stellvertretenden amerikanischen Hauptankläger bei den Nürnberger
Kriegsverbrecherprozessen ( Potsdamer Str. 58a ).

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Otto Lilienthal, Fabrikant und Erfinder, ein Besessener, der den Traum vom Fliegen
Wirklichkeit werden ließ (Boothstr. 17).

Der Rechtsanwalt Karl Liebknecht, der zusammen mit Rosa Luxemburg die KPD im Jahre
1918 gründete, und wie seine Genossin Rosa zwei Wochen später auf den Straßen Berlins
ermordet wurde (Hortensienstr. 14).

Käthe Dorsch, Film- und Theaterdiva Deutschlands (Berliner Staatsschauspielerin) und
Österreichs (Burgtheater Wien), verheiratet mit dem Filmliebling Harry Liedtke (Drakestr. 81).

Theodor Heuss und Gattin Elly Heuss-Knapp, er erster Präsident der Bundesrepublik
Deutschlands, sie Gründerin des Müttergenesungswerks (Kamillenstr. 6).

Boleslaw Barlog, Generalintendant der Städtischen (west)Berliner Bühnen, Hausherr der
Großregisseure Fritz Kortner und Edwin Piscator (Spindelmühler Weg 7).

Die Freundinnen und Widerstandskämpferinnen, Marianne Hapig und Marianne Plünder, die
unzähligen jüdischen Mitbürgern das Leben gerettet haben, beide von Beruf Fürsorgerinnen
(Unter den Eichen 123).

RIAS-Unterhaltungsstar und Fernseh-Showmaster Hans Rosenthal, Mitglied im Direktorium
des Zentralrates der Juden Deutschlands, unter den Nazis als Totengräber gedungen
(Augustaplatz 4b).

Der Enkel der in die Weltliteratur als Effi Briest eingegangenen Baronin Elisabeth von
Ardenne, der Physiker und Forscher Manfred von Ardenne, Inhaber von über 500 Patenten
(Jungfernstieg 19).

Und Kirchenfürst Otto Dibelius, von 1945 bis 1966 Bischof der Evangelischen Kirche in Berlin-
Brandenburg, Ehrenbürger Berlins, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirchen
Deutschlands (Brüderstr. 5).

Der Autor erlaubt sich darauf hinzuweisen, daß bei ihm, die Stadtteil-Chronik LIEBLING
LICHTERFELDE (ISBN 3-926578-36-X, 104 Fotos, 1 Straßenplan) erschienen ist.

Hans Peter Heinicke, natürlich in Lichterfelde, Tel.: 030 / 772 25 20